Geschlechtskrankheiten

Definition, Ursachen, Symptome, Prävention und medizinische Behandlungen

geschlechtskrankheitenBehandlung für STIs/STDs (sexuell übertragene Krankheiten)

Sexuell übertragene Infektionen (STIs oder STDs, auch wenn diese Bezeichnung veraltet ist) sind Krankheiten, die zwischen Menschen während des Geschlechtsverkehrs übertragen werden.

Wir nutzen das Wort Infektion, denn die Einzelperson kann der Träger der Bakterie, Mikrobe oder Virus sein, ohne die Krankheit zwingend entwickeln zu müssen und Infektionen, weil es viele Arten gibt mit vielen Variationen.

Unsere Seite bietet eine Aktualisierung zu den verschiedenen Typen von sexuell übertragbaren Infektionen, Symptomen und verfügbaren Behandlungen.

Sexuell übertragbare Infektionen verstehen (STIs / STDs)

Zahlen der Weltgesundheitsorganisation sind auffallend. Jeden Tag erkranken mehr als eine Millionen Menschen an einer STI, die gängigsten sind Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis oder Trichomonas, die jährlich 357 Millionen Menschen betreffen.

Die Konsequenzen können verheerend sein, HPV verursacht z.B. 266.000 Tode durch Gebärmutterkrebs, den es verursacht, während Chlamydien und Gonorrhö bei Patienten die Anfälligkeit dafür erhöht unfruchtbar zu werden. Was AIDS angeht, tötet es so viele Menschen, wie es ansteckt, also ungefähr 6.000 Menschen täglich. Außerdem werden einige STIs an den Fötus übertragen, wie Syphilis, was Geburtsdefekte oder einen neonatlen Tod verursacht.

Symptome variieren stark von einer Infektion zur nächsten, haben jedoch einen gemeinsamen Nenner. Wenn Sie Fieber, Schmerzen im unteren Abdomen und nicht normale Erscheinungen an Ihren Genitalien bemerken, gibt es ein hohes Risiko darauf, dass Sie eine Infektion tragen.

Die Erscheinungen sind:

  • Ausfluss aus der Vagina oder dem Penis
  • Rötung an den Genitalien
  • Juckreiz, Rötung
  • brennendes Gefühl beim Urinieren

Wenn Sie während oder nach dem Sex Schmerzen verspüren, ist dies auch ein Anzeichen dafür, dass Sie sich eine sexuell übertragbare Infektion zugezogen haben. Seien Sie jedoch vorsichtig, da viele Infektionen keine Symptome verursachen und nur entdeckt werden, wenn der Angesteckte eine ernste Phase erreicht hat. Es ist daher wichtig, dass Sie sich nach bei riskanten Handlungen testen lassen oder eine Untersuchung veranlassen. Dies sind die Hauptverursacher von STI-Übertragungen: Gesunde Träger, welche keine Symptome entwickeln und keine Tests veranlassen, die die Infektion auf andere übertragen, die dann die Erkrankung entwickeln.

Eine volle Liste mit verschiedenen STIs/STDs

Sie sind nach ihrem Ursprung geordnet: ob sie durch Bakterien, Pilze, Hefen, Protozoen oder Viren übertragen werden.

Bakterielle STIs

Gonorrhö zeigt sich bei Menschen durch eine Absonderung von Eiter aus dem Penis und Brennen beim Urinieren. Bei Frauen ist es asymptomatisch, das Risiko der Übertragung ist also höher. Die Entwicklungszeit beträgt 24 Stunden bis 15 Tage. Existierende Behandlungen sind sehr effektiv, doch wenn die Infektion nicht behandelt wird, kann sie irreversible Unfruchtbarkeit verursachen.

Chlamydien ist eine der gängigsten Infektionen, besonders unter jungen Menschen,  insbesondere weil die Entwicklungszeit sehr lange ist (über 15 Tage) und klinische Anzeichen sind scheinbar gering (weiße Absonderungen bei Frauen, etwas Juckreiz und Brennen bei Männern). Dennoch ist es verheerend für die Fruchtbarkeit der Frau, wenn sie unbehandelt bleibt.

Auch von Chlamydien verursacht ist die Nicolas-Favre Krankheit oder  Lymphogranuloma Venereum, was als selten in Amerika und Europa betrachtet wird, jedoch epidemisch in den tropischen Gegenden in Afrika und Asien ist.

Mykoplasmainfektionen sind andere urogenitale Infektionen, von denen die erste  die Urethritis ist. Die Symptome sind Harnröhrenausscheidungen, Entzündung der Harnröhre oder Harnröhrenbereichs oder Schwierigkeiten beim Urinieren (Dysurie).

Warnung, einige STIs können auch durch den Mund übertragen werden!,

Syphilis ist eine sexuelle Infektion, die im wesentlichen sexuell und direkt übertragen wird, wie es aussieht durch die Präsenz von genitalen und extragenitalem Wunden. Es ist auch sehr irreführend, denn die Entwicklungszeiten sind sehr lange und steigern sich mit der Zeit, mit 3 Entwicklungsphasen wird sie erst spät bemerkt, bis sie geheilt wird.

  1. Die erste Phase ist das Erscheinen von Schankerwunden, die 3 Wochen bis 3 Monate nach der Entwicklung auftreten und sich durch die Erscheinung einer roten, Mulde auf dem Genital-, Anal-, oder Oralbereich zeigen und durch das Verschwinden enden.
  2. Die zweite Phase wird mit einer Entwicklungszeit von 3 bis 6 Monaten eingeleitet, welche das Auftreten von pinken Flecken (Dreitagefieber) auf dem Brustkorb und den Gliedmaßen einschließt. Diese Flecken werden von Übelkeit, Kopfschmerzen, Körperschmerz, schwerer Ermüdung und ansteckendem Mundschleim begleitet. Nochmal, wenn nichts getan wird, verschwindet das Dreitagefieber und die dritte Phase der Entwicklung erscheint nach einer Unterbrechung von 3 bis 10 Jahren.
  3. Diese Phase ist die neurologische Syphilis, die in kardialen und neurologischen Krankheiten resultiert (Persönlichkeitsstörungen, Lähmung) und Zerstörung von Organgewebe. Syphilis führt daher zur Lebensgefahr bis zum Tod, während eine Behandlung in der ersten Phase der Krankheit hingegen effektiv und schnell ist. Zusätzlich verbreitet es sich während der Schwangerschaft schnell auf das Kind, es ist also wichtig eine Behandlung für Sie und dem Kind zu suchen.

Weicher Schanker ist eine seltenere sexuell übertragbare Infektion (weitverbreitet in topischen und subtropischen Ländern), die jedoch einen fruchtbaren Boden für den Ausbruch anderer STIs legt. Es wird oft mit dem Erscheinen von anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen assoziiert. Es zeigt sich durch das Erscheinen von Pusteln mit Eiter, die sich zu Geschwüren entwickeln und Juckreiz verursachen. Eine gräuliche Haut sollte die betroffene Person alarmieren. Die Lymphknoten erscheinen 2-3 Wochen später und werden zu Abszessen. Die Krankheit wird ernsthaft, wenn sie zu Wundbrand auf dem Penis führt und zu einer Amputation der Genitalien führt.

STIs von  Einzellerpilzen und Protozoen

Urogenitale Candidiasis ist eine durch Pilze oder Hefe verursachte Infektion. Sie werden sexuell auf den Mann übertragen, jedoch bei Frauen nicht nur sexuell, die es auch von einem Kontrazeptiv oder einer antibiotischen Behandlung, dreckigen Klamotten und schlechter Hygiene bekommen können. Klinische Anzeichen sind weißliche Aussonderungen, Juckreiz und Brennen an der Vulva bei den Frauen, in an den Drüsen bei den Männern. Dies tritt nach einer Entwicklung von 1 Tag bis zu 1 Monat auf. Candidiasis wird dermatologisch behandelt  (Creme, Gel) oder mit der Einführung von Vaginalzäpfchen.

Protozoen (Trichomoniasis) hat sehr ähnliche klinische Anzeichen wie Candidiasis unter Frauen  (gelblich und faulig riechende Absonderung, Brennen und Juckreiz, während sie bei Männern oft nicht existent sind und eine 2 bis 20 Tage Entwicklungszeit haben.

Virale STIs

Genitalwarzen werden durch HPV verursacht und können sich bei Frauen zum Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Die beste Behandlung dagegen ist bis heute eine Impfung. Ein Kondylom wird klinisch diagnostiziert durch—oft  unbemerkbar und   unauffällig—Warzen auf den Genitalien (auf dem Penis und den Drüsen beim Mann, bei der Frau auf der Vulva und dem Gebärmutterhals) nach einer variablen Entwicklungszeit von 1 bis 10 Monaten.

Genitalherpes betrifft 10 bis 15% aller sexuell übertragenen Infektionen (oder STIs) und seine Komplikationen sind selten (nur während der Schwangerschaft), doch das größte Problem bleibt seine Fähigkeit andere STIs zu fördern und in seiner Hartnäckigkeit. Tatsächlich gibt es keine Behandlung für diese virale Erkrankung, welche sich in Form von kleinen und schmerzhaften Hautblasen im Genitalbereich zeigt (Penis und Hoden, Vagina und Vulva) zwei bis zwanzig Tage nach dem Verkehr. Diese SI wird in 40% aller Fälle chronisch und unterstreicht das Leben der Herpesträger mit  regelmäßigen Ausbrüchen. Diese Ausbrüche werden von Fieber, intensiver Ermüdung und vergrößerten Lymphnoten begleitet. Während Ausbrüchen sind Antivirale in Form von Cremes oder Pillen erhältlich, die die Frequenz, Dauer und Intensität der Ausbrüche reduzieren kann.

Infektiöse Mononukleose wird hauptsächlich durch oralen Kontakt verbreitet, was schwere Müdigkeit, Fieber, Rechenentzündung, Halsentzündung und geschwollene Drüsen verursacht. Diese Symptome treten durchschnittlich nach einer Entwicklungszeit von 6 Wochen auf. Abhängig vom Körper kann sich die Krankheit temporär und schnell einbringen oder anhaltend und intensiv sein, was die erfordert, dass die Person ihre Aktivitäten einstellen muss. Es gibt keine spezifische Behandlung, da Antibiotika nicht effektiv sind und nur anhaltende Ruhe empfohlen werden kann.

Hepatitis B wird sexuell übertragen, jedoch auch über Blut, Samen Vaginalsekret und Speichel. Es wird auch während der Schwangerschaft an das Kind übertragen. Klinische Anzeichen treten nach einem Entwicklungszeitraum von 1 bis 16 Monaten auf und zeigen sich als Asthenie in Begleitung von Fieber und Muskelschmerz, einer Verfärbung des Stuhls sowie Gelbsucht (Ikterus). Behandlungen existieren nicht; nur Ruhe kann empfohlen werden. Jedoch gibt es effektive Impfungen, allerdings nur wenn diese vorher durchgeführt wurden.

AIDS ist die bekannteste und aktuellste sexuell übertragene Infektion (man spricht von AIDS üblicherweise als STD. Es ist ein humaner Immundefizienzvirus (HIV), der bis jetzt tödlichste. Er wird durch Sex, Sperma und infiziertes Blut übertragen, sowie von der Mutter zum Kind (während der Schwangerschaft oder durch die Brustmilch).

  1. In vielen Fällen erscheint AIDS symptomlos und bleibt daher unentdeckt, was es noch verheerender macht. Verlassen Sie sich also nicht auf Symptome, sondern auf Untersuchungen nach Sex, sowie erneut 3 Monate später, um die Verlässlichkeit zu bestätigen.
  2. Der Virus greift die weißen Blutkörperchen an, die eine Schlüsselrolle im Immunsystem spielen. Der Körper wird unfähig sich gegen die Infektion zu verteidigen.
  3. Er zerstört auch die Nerven und Muskelzellen, seine Stärke liegt in der schnellen Reproduktionskapazität und dem Fakt, dass die Antikörper des Menschen den Virus nicht erkennen. Triple-Therapie und antiretrovirale Medikamente existieren, die den Fortschritt der Krankheit zur AIDS-Phase verlangsamen, welche die letzte Phase ist und den Zusammenbruch des Immunsystems und das Auftreten von opportunistischen Krankheiten darstellt.

Sex kommt daher mit dem Risiko auf eine Infektion, oral sowie genital. Es gibt ein Risiko auf Übertragung sobald es zu einem Kontakt und Austausch von Geschlechtsflüssigkeiten kommt. Deswegen müssen Sie gut geschützt sein und eine angemessene Reaktion im Falle einer Infektion haben.

Prävention

Die beste Prävention ist der Gebrauch eines Kondoms. Ob Frau oder Mann, Kondome bleiben der effektivste Schutz bis heute. Es gibt auch ein kleines Risiko eine sexuell übertragene Infektion über Oralsex zu bekommen, weswegen beim Oralsex ein Kondom auch hilfreich ist.

Wenden Sie auch Selbstschutz-Reflexe an, denn Ihr Partner wird nicht immer das Risiko wahrnehmen, dass sie und andere vielleicht eingehen. Es ist auch durch deren Fahrlässigkeit möglich Ihnen zu schaden. Vermeiden Sie Kontakt, wenn Sie Wunden, Ausschlag oder abnormale Rötungen auf den Genitalien Ihres Partners vorfinden.

Es ist auch wichtig regelmäßig Gutachten und Tests durchzuführen, bei Frauen sind Besuche beim Gynäkologen sowie Abstriche gute Wege, um Infektionen zu erkennen und sie früh zu behandeln. Es wird geschätzt, dass ungefähr 30.000 Menschen in Deutschland sich nicht bewusst sind, dass Sie AIDS in sich tragen.

Behandlung ist auch ein Weg, um die Verbreitung von Infektionen zu verhindern und auch nach der Remission sind Sie noch anfällig für andere STIs, bleiben Sie also wachsam. Es ist auch nötig Ihre Partner zu warnen, sodass sie sich auch selbst  davor schützen können eine Infektion zu entwickeln. Die Existenz einiger Impfungen erlaubt es Menschen effektiv gegen die Verbreitung und Ansteckung bestimmter infektiver Viren vorzugehen (HPV und Hepatitis B).

Quellen

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